Rudi-Högner-Förderpreis

Mit dem Rudi-Högner-Förderpreis zeichnen wir Studienarbeiten im Technischen Design aus, welche durch besonders innovative Lösungen, hervorragende Konzeptideen oder die Verbindung von ästhetischer Qualität und technischer Durcharbeitung besonders überzeugen.

Högner war maßgeblich an der Begründung und Aufbau des Industriedesigns in der DDR beteiligt. Er prägte die Ausbildung der ersten Generation industrieller Formgestalter in der DDR. Spezifisch dafür war die gestalterische Grundlagenausbildung, die für die Designausbildung an ostdeutschen Hochschulen typisch wurde. Nach einem Startversuch an der Dresdener Kunsthochschule ab 1948 baute er schließlich an der Kunsthochschule Weißensee ab 1953 mit zwei Mitarbeitern die Abteilung Industrielle Formgestaltung im Wesentlichen zeitgleich zur Errichtung der Hochschule für Gestaltung Ulm auf. Der Formalismusdiskussion, in dessen Folge Mart Stam Ende 1952 als Rektor der Kunsthochschule Weißensee entfernt wurde, konnten sich Högner und seine Mitstreiter mit der Schwerpunktsetzung Technisches Design “kulturpolitische[n] Einmischungsversuche[n] erfolgreich” entziehen. Die ersten diplomierten Industriedesigner verließen 1958 die Hochschule in Weißensee. Als später die Ausbildungskapazität für Industriedesign an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle ausgebaut wurde, waren die Lehrkräfte in der Anfangszeit ausnahmslos Schüler von Högner. Zu seinen Schülern gehören unter anderem Clauss Dietel und Erich John.

Er gab Designausbildung für Ingenieure, so z. B. ein zweijähriger Lehrgang der Kammer der Technik ab 1958 und die Design-Ausbildung im Rahmen seiner Gastprofessur an der Technischen Universität Dresden, aus der sich das Zentrum für Technisches Design als Forschungs- und Ausbildungseinrichtung entwickelt hat. Im Rahmen der Lehrgangskurse der Kammer der Technik bearbeitete Högner gemeinsam mit Chefkonstrukteuren Dresdner Unternehmen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik Aufgaben, die aus den Unternehmen mitgebracht worden waren. Mehrere der in der Zweijahresarbeit entstandenen Entwürfe wurden durch die Unternehmen in die Serienfertigung überführt.

Gipsmodell einer Druckmaschine für Planeta, entstanden um 1960 im Rahmen einer zweijährigen Weiterbildung für Konstrukteure und Entwicklungsleiter bei Rudi Högner (Foto: Archiv TU Dresden, Sammlung Technisches Design)

Högner schuf Entwürfe für die Industrie, u. a. Möbel, Textilien, Elektrogeräte, Video- und Phonogeräte, Medaillen und Geldmünzen (u. a. die Aluminiummünzen des Münzgeldes der DDR). In einer Befragung in der Zeit nach seiner Emeritierung gab Högner die zwischen 1948 und 1954 in Dresden entstandenen Entwürfe für die Industrie und die zwischen 1954 und 1972 in Berlin entstandenen “konkreten Studienarbeiten für die technische Industrie” an.

Nähmaschine, Entwurf Rudi Högner (Foto: Archiv TU Dresden, Sammlung Technisches Design)

Modulares Steuersystem Translog, Entwurf Rudi Högner (Foto: Archiv TU Dresden, Sammlung Technisches Design)