
Dass Design ein unverzichtbarer Bestandteil industrieller Produktentwicklung ist, wird branchenübergreifend von einem großen Teil der Unternehmen nicht mehr angezweifelt. Jedoch gibt es in vielen Bereichen noch scheinbar unüberwindbare Barrieren, Designkompetenzen in Entwicklungsprozesse einzubinden, da das Verhältnis von Kosten und Nutzen in vielen Fällen schlecht prognostizierbar ist. Sowohl in Kleinen und mittelständischen Unternehmen wie auch in Entwicklungsabteilungen von Großunternehmen und Institutionen ist in der Regel die Abschätzung wirtschaftlicher Risiken wesentliche Grundlage von Entscheidungen.
Trotz zahlreicher Studien zum Wert von Design auch bei technischen Produkten ist eine direkte Kosten-Nutzen-Rechnung jedoch selten möglich. Auch mit Hinblick auf potenzielle Geldgeber wie Kreditinstitute oder Träger öffentlicher Förderprogramme fehlen der Disziplin Design trotz allgemeiner Anerkennung oftmals überzeugende Argumente, um eine entscheidende Rolle in der Produktentwicklung übernehmen zu können. Kosten und Nutzen sind aber Kerngesichtspunkte in Unternehmen und in der Wirtschaft. Nicht selten wird am Design zuerst gespart oder gekürzt, wenn das Geld knapp wird. Das 4. Symposium Technisches Design Dresden 2010 möchte aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, Innovationen und Trends aus der Praxis sowie Implikationen der Designausbildung zusammenbringen, die sich mit der Kosten-Nutzen-Frage in industriellen und organisatorischen Zusammenhängen befassen. Wir suchen Beiträge, die zeigen, wie Design (kosten-) effektiv integriert werden kann, welcher Nutzen wann und wie prognostizierbar ist, welche Aspekte unmessbar bleiben und wie man mit diesen „unermesslichen“ Faktoren umgehen kann. Welche Rolle spielen dabei soziale, gesellschaftliche und ökologische Verantwortung? Damit möchten wir die Thematik Kosten-Nutzen auch aus einer erweiterten organisatorischen Perspektive beleuchten, und sind daher offen für Beiträge, die sich mit der Interpretation und Bedeutung von Kosten und Nutzen auseinandersetzen. Gibt es hier Ansätze, die dem Design „aus der Ecke“ helfen?
Der Aufruf richtet sich an Designer, Ingenieure, Wirtschaftler sowie Wissenschaftler und Praktiker anderer Fachdisziplinen, welche sich dem Thema Design widmen und einen fundierten Beitrag zum Thema „D€SIGN – Kosten und Nutzen“ einreichen möchten. Folgende Aspekte sind dabei von besonderem Interesse:
- Was sind Kosten und Nutzen von Designleistungen in der Entwicklung (technischer) Systeme, Produkte und Investitionsgüter?
- Wie kann Design hier Kosten senken?
- Was sind neue kosteneffektive Ansätze der Integration von Design in industrielle Entwicklungsprozesse?
- Was sind Unterschiede zwischen internen Designabteilungen und externen Designdienstleistern? Welche Konsequenzen sind hinsichtlich der Prozesse, Produkte, aber auch wirtschaftlichen und organisatorischen Strukturen relevant?
- Welche Faktoren spielen für einen messbaren Nutzen von Design eine Rolle?
- Welche Ansätze können zur Quantifizierung wirtschaftlicher Kennwerte beim Einsatz von Design Anwendung finden?
- Was sind Kosten und Nutzen spezifischer Methoden und Vorgehensweisen im Industriedesign, wie z. B. partizipatives Design, Personas, User Stories und Szenarios?
- Was sind Kosten und Nutzen spezifischer Tools (Freiform-CAD, spezielle Anforderungen an Werkzeuge in augmented und virtual reality u. ä.) ?
- Welche Rolle kann Design in öffentlich geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten einnehmen?
- In welchem Verhältnis stehen soziale, gesellschaftliche sowie ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Nutzen im Design?
Die eingereichten Beiträge werden von jeweils zwei wissenschaftlichen Gutachtern bewertet. Neben Vorträgen sind Präsentationen als Poster möglich. Alle Beiträge werden als Langfassung in einem Buch veröffentlicht. Für die Referenten ist die Teilnahme kostenfrei. Es besteht die Möglichkeit, Exponate mit Bezug auf die Beiträge in der geplanten Ausstellung innerhalb des Rahmenprogramms zu präsentieren.